Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der EU

Im Bereich der öffentlichen Verwaltung ist - ähnlich wie in der Wirtschaft - insbesondere im Bereich der internen Netze IPv6 bisher kaum implementiert. Auch für den Bereich der E-Government-Bürgerservices im Internet wird nahezu ausschließlich IPv4 verwendet. Diese Situation hat die EU-Kommission bewogen, ein Förderprojekt in diesem Bereich aufzulegen.

Das Projekt ist so angelegt, dass als Auftragnehmer ein Konsortium aus EU-Mitgliedstaaten auftritt, die in ihrem Bereich unterschiedliche Piloten realisieren. Innerhalb dieser Piloten werden in den Ländern existierende öffentliche IT-Lösungen für IPv6 ertüchtigt. Darüber hinaus sind Piloten vorgesehen, die eine grenzüberschreitende Kommunikation mit IPv6 fokussieren. Durch diese Struktur sollen neue Erkenntnisse auf einer breiten Basis gewonnen werden. Die EU möchte mit dem Förderprojekt zu einer verstärkten Einführung von IPv6 in den Infrastrukturen der öffentlichen Verwaltung motivieren. Durch die im Projekt gewonnenen Erfahrungen soll die Hemmschwelle zur Einrichtung von IPv6 für Verwaltungen generell gesenkt werden. Die Kommunikation gewonnener Erkenntnisse ist daher ein wichtiger Teil  des Projekts.

Die EU vertritt mit diesem Projekt langfristige Interessen: Man möchte verhindern, dass durch den Wechsel des IP-Protokolls die E-Governmentfähigkeit der europäischen Verwaltungen beeinträchtigt wird. Mittelfristige Wettbewerbs- und Standortnachteile können sollen so vermieden werden.

Praktische Erfahrungen zur IPv6-Einführung

Den Zuschlag für das Projekt erhielt das Konsortium ‚Governments ENabled with IPv6 (GEN6)‘. Neben einundzwanzig verschiedenen Einrichtungen aus neun EU Staaten ist auch die Citkomm Partner in diesem Konsortium. Die weiteren beteiligten Partner sind Ministerien, öffentliche IT- und Netzdienstleister, Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Consultingunternehmen. Vier nationale Piloten fokussieren die Ertüchtigung konkret bestehender E-Government-Infrastruktur für IPv6. Drei Piloten befassen sich mit der Nutzung innovativer IPv6-Funktionen, um bestehende Lösungen aufzuwerten. Weitere zwei Piloten schließlich beschäftigen sich mit der grenzüberschreitenden Kommunikation auf Basis von IPv6.

Mit dem Fortschritt von GEN6 stehen damit konkrete praktische Erfahrungen zur IPv6-Einführung unter den Rahmenbedingungen der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung. Die gewonnenen Erkenntnisse können von allen öffentlichen Verwaltungen unmittelbar für eigene IPv6-Projekte verwendet werden.